Dicke Überraschung bei 92. Oscars

In der Nacht auf den heutigen Montag, 10. Februar, fand im Dolby Theatre in Los Angeles die 92. Oscar-Verleihung statt. Es war ein Abend der Überraschungen und Sensationen. Foto: Elena Zaxarova

„Parasite“ aus Südkorea ist der sensationelle Gewinner des Abends. Die Kapitalismus-Parabel von Regisseur Bong Joon-ho wurde mit vier Oscars prämiert, bester fremdsprachiger Film, beste Regie, bester Film, bestes Originaldrehbuch!

Da war selbst Bong Joon-ho geplättet, als er so viele Gänge zur Bühne absolvieren musste: „Nach dem dritten Oscar habe ich gedacht, das war es, das ist wirklich mehr als genug!“ Joon-hos Film gewann gegen solche Schwergewichte wie Todd Philipps‘ „Joker“ , Martin Scorseses „The Irishman“, Sam Mendes‘ „1917“ oder Quentin Tarantinos „Once Upon A Time In Hollywood“ – was den Koreaner zu einer fast entschuldigenden Laudatio auf sein Idol Martin Scorsese motivierte. Motto: Dich zu schlagen, war niemals mein Ziel…

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Sieger-Orakel: Verleihung 92. Oscars

Nominierte Oscars 2020
Unser Kino-Kolumnist Kai-Uwe Brinkmann hat sich die Nominierten der Oscars 2020 zur Brust genommen und ein wenig Orakel gespielt. Seine Favoriten hat er uns verraten und begründet. // Foto: Shutterstock

Nicht jeder hat Zeit und Stehvermögen, sich vom 9. auf den 10. Februar (also Montag gaaanz früh) die Nacht um die Ohren zu schlagen, um die Verleihung der „Oscars“ 2020 zu verfolgen. Es ist die Top-Glamour-Show der Welt, unerreicht die Promi-Dichte, riesengroß die Neugier, leider nach den Uhren in Los Angeles getaktet.

Trotzdem ist das Rätselraten, wer denn den Goldjungen mit nach Hause nimmt, ein beliebtes Gesellschaftsspiel,  nicht bloß bei Film-Verrückten. Unter Freunden kann man ja mal eine Prognose wagen, einen „todsicheren“ Tipp abgeben oder eine Wette eingehen.

Das machen wir heute auch. Wissend, dass sogenanntes „Expertentum“ gar nicht sonderlich hilfreich ist, selbst wenn man diverse Kandidaten im Kino gesehen hat. Gute Filme sind sowieso alle, die es in die Endauswahl schafften. Okay, Qualität liegt im Auge des Betrachters…

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Unser cineastischer Ausblick

Ausblick auf das Kinojahr 2020

Ein Kinojahr geht zu Ende. Seine Hits und Flops werden bald Fernsehstoff sein, manche danach nur noch Geschichte, aber unser Blick geht nach vorn: Was wartet 2020 auf uns? Welche Sensationen werfen ihre Schatten voraus, auf welche Filme dürfen, sollten, müssen wir uns freuen?

Um euch nicht zu überfüttern, konzentrieren wir uns auf die großen  Schlachtschiffe, Blockbuster made in Hollywood, die jetzt oder bald schon angepriesen und angetrailert werden.

Ein Trend im neuen Kinojahr bleibt, er ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Bewährte Goldesel werden in Hollywood durchgefüttert und am Leben erhalten. Soll heißen: Fortsetzungen und Comic-Filme sind nicht auszurotten. Folgend einige Beispiele…

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Filmdrehort Dortmund – Teil 2

Bild von dem Florianturm im Westfalenpark Dortmund hinter Lichterketten bei Nacht./ Foto:
Bild vom Florianturm im Westfalenpark Dortmund hinter Lichterketten bei Nacht./ Foto: Magdalena Stengel

Um den westfälischen Zungenschlag verdient gemacht hat sich auch Peter Thorwarth, dem mit „Bang Boom Bang“ das seltene Exemplar eines echten Kultfilms aus Westfalen gelungen ist. Thorwarth kommt aus Unna, durch seine Filme schimmert viel Heimatgefühl, auch wenn die Drehorte selten konkret einer Stadt zuzuordnen sind.

Thorwarths Dialoge aber sind hundert Prozent Ruhrpott. „Du ollen Wemser“, poltert Ralf Richter in „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2002). „Ihr Spasemacken!“, grollt Thorwarth selber, als Kerle am Puff (wohl in der Dortmunder Linienstraße) ihm aufs Maul hauen. Kinder heißen „Blagen“, auf der Baustelle regiert das Kommando „Mach fettich“. Alles schönste Perlen des Ruhrgebiets-Idioms.

Lebensgefühl und Sprache des Ruhrgebiets

Vor 40 Jahren hat Adolf Winkelmann mit „Die Abfahrer“ (1978) und „Jede Menge Kohle“ (1981) Lebensgefühl und Sprache des Ruhrgebiets definiert: Schnoddrige Lässigkeit und eine gewisse Scheißegal-Haltung inmitten einer Industrielandschaft, die schon Anzeichen der Krise trug, aber noch vor sich hin wurstelte. Seine „Rosen im Asphalt“ (um Wolf Maahn zu zitieren) fand er in staubigen Hinterhöfen, wo Figuren aufblühten, wie man sie heute kaum noch findet.

Mit „Junges Licht“, nach dem Roman von Ralf Rothmann, unternahm Winkelmann 2016 nochmal eine Reise in eine Vergangenheit, wo die Schlote an der Ruhr noch rauchten, die Menschen ebenfalls, und die Zechen tausende Kumpels ernährten.

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Film-Freunde-Dortmund

PSD Bank Kino Header - Zwei junge Besucher des PSD Bank Kinos, auf der Wiese gegenüber vom Kino-Eingang. / Foto: Timo Abenteuer
PSD Bank Kino Header – Zwei junge Besucher des PSD Bank Kinos, auf der Wiese gegenüber vom Kino-Eingang. / Foto: Timo Abenteuer

Die Film-Freunde-Dortmund feiern ihr Debüt im PSD Bank Kino 2019.

Unter dem Motto „Film-Freund werden – Kultur fördern“ will die Aktion den Gedanken an lokalen Zusammenhalt festigen und das Netzwerk zwischen lokalen Akteuren und Unternehmen verdichten. Wir freuen uns zu verkünden, dass die erste Film-Freundschaft an den BRÜCK AUF e.V. – Kultur und Kreativität für das Brückviertel geht. Wir bedanken uns für das Vertrauen und den Aktionismus.

Zu den Leistungen der ein Jahr gültigen Film-Freundschaft, zählen unter anderem eine goldene Dauerkarte für zwei Personen über die gesamte Laufzeit des PSD Bank Kinos 2019 im Dortmunder Westfalenpark, eine Einbindung auf der Film-Freunde-Dortmund-Wand, sowie die Einbindung aller Film-Freunde in crossmediale Kommunikationsmaßnahmen und Einladung zu einem Netzwerkevent.

Wir freuen uns auf zahlreiche Film-Freunde und sind gespannt, welche Synergien sich durch die Verknüpfung von kulturellem Angebot und lokalem wirtschaftlichen Erfolg ergeben.

Weitere Informationen gibt es unter kino@neovaude.com.

Wir sehen uns bei einem #ausfluginskino.

Filmdrehort Dortmund – Teil I

Dortmund: Dieses Dronenbild zeigt den schönen Westfalenpark von oben/ Foto: Lukas Naasz
Das Drohnenbild zeigt den schönen Westfalenpark von oben. Auch hier wurden schon Szenen für den ein oder anderen Film gedreht. Foto: Lukas Naasz

Welchen Pulsschlag, welchen Charakter, welche Art von Seele hat eine Stadt? Und was davon lässt sich im Medium Film transportieren? Nur ihre Architektur und Wahrzeichen oder auch ihr Menschenschlag, dessen Sprache und Eigenheiten?

Man kann nicht sagen, dass Dortmund so abfotografiert und tot-gefilmt ist wie etwa Berlin, wo in Dutzenden von Kinowerken irgendwann der Panoramablick mit dem Fernsehturm auftaucht. Dort ist die Filmerei längst Teil eines Hauptstadt-Marketings, das seit Jahrzehnten das Image der pulsierenden, hippen Party-Metropole in die Welt posaunt.

Aber welches Bild von Dortmund geht eigentlich in die Welt?

Schauen wir an dieser Stelle doch mal auf diverse Kinofilme (wohlgemerkt nicht auf Fernsehkost wie den „Tatort“ oder die WDR- Serie „Phoenixsee“), um herauszufinden, was Filmemacher an Dortmund bemerkenswert finden.

Schnell landet man beim Fußball und beim BVB, der Posten auf der Dortmunder Agenda, der den alten Dreiklang Stahl, Kohle, Bier abgelöst hat. Adolf Winkelmann hat mit 1993 mit „Nordkurve“ einen seiner schlechtesten Filme gemacht, eine komödiantisch gemeinte Krimi-Satire im Kicker-Milieu, die belegt, dass Winkelmann und sein Autor von Fußball keinen Schimmer haben…

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Komödienperlen made in Germany

Die Darsteller des Films "Der Junge muss an die frische Luft" am Rande des Drehs in Oberhausen / Foto: Kai-Uwe Brinkmann
Die Darsteller des Films „Der Junge muss an die frische Luft“ am Rande des Drehs in Oberhausen. Foto: Kai-Uwe Brinkmann

Land in Sicht für die deutsche Filmkomödie! Nach einer Ewigkeit der gefühlten Schweiger/Schweighöfer-Dominanz gab es in dieser Kinosaison endlich wieder freche, witzige, rührende Filme, die für frischen Wind sorgen und das Genre beleben. Einige laufen beim PSD-Kinofestival im Westfalenpark. Und wir sprechen nicht von „Fack Ju Göhte“, der die Regentschaft der Herren Schweiger und Schweighöfer hoffentlich endgültig beendet hat.

Nein, die Rede ist von Humor-Perlen wie „25 km/h“, „Der Vorname“, „Sweethearts“, „Die Goldfische“ und „Der Junge muss an die frische Luft“, letzterer eine Gratwanderung zwischen Tragik und Komik. Filme, die einem den Glauben zurückgeben, dass im Komödienfach mehr geht als das peinlich bemühte Gewitzel eines Til Schweiger. Der zuletzt mit „Klassentreffen 1.0“ anödete und unbeirrt an seiner Masche weiterstrickt.

Eine Masche, die von Matthias Schweighöfer („Schlussmacher“, „Der Nanny“) kopiert wurde: Hanebüchene Story, grobmotorischer Humor, Klamauk verquirlt mit einer Dosis Romantik, dazu ein Soundtrack aus hymnisch jauchzender Popmusik. Und der Regisseur in der Rolle des Schwerenöters, lieb, aber unverstanden. Laaangweilig.

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Dortmund: Frauen. Filme. Festival.

Das Key Visual des Internationalen Frauenfilmfestivals 2019 (c) Desiree Palmen

Filme von Frauen, nicht nur für Frauen. Diese sichtbar zu machen und ihnen ein Podium zu geben, ist ein Ziel des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund / Köln, hervorgegangen aus der Fusion zweier Festivals in zwei Städten.

In der kommenden Woche (9. bis 14. April) startet das 36. Frauenfilmfestival, turnusgemäß in diesem Jahr in Dortmund angesiedelt, während eine Auswahl des Programms in der Domstadt zu sehen ist. Rund 120 Filme werden gezeigt, acht davon im Spielfilm-Wettbewerb.

Dazu gibt es Specials (etwa „Tricky Women“ mit Animations-Arbeiten), Sonderprogramme (auch für Schulklassen), Workshops, Diskussionen, Performances und Vorführungen im Stadtbild: Dabei steuern die Zuschauer mit dem Fahrrad Spielstätten im öffentlichen Raum an: „Shorts on Wheels“ (Donnerstag, 11.4., 20 Uhr, Start am Kino im U) bietet quasi Filme to Go, und das ohne Eintritt.

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Gala mit deutlich politischen Tönen

In der gestrigen Nacht fand in Amerika die 91. Oscar-Verleihung statt. Neben einigen Überraschungen bei den Auszeichnungen stand die Gala im Fokus von Aufklärung und Bekenntnissen – für Vielfalt und Akzeptanz. Foto: Elena Zaxarova

Überraschung: „And the Oscar goes to – Green Book!“ Diesen Gewinner in der wichtigen Kategorie „Bester Film“ hatten die wenigsten auf dem Zettel, die Riege der Hollywood-Astrologen hatte sich im Vorfeld mehr oder minder auf „Roma“ als haushohen Favoriten geeinigt.

In der vergangenen Nacht flimmerte sie wieder über den Bildschirm, die Veranstaltung mit der größten Promi-Dichte des Planeten – die 91. Oscar-Verleihung, in diesem Jahr halb Glitzer-Gala und halb Kundgebung. Hollywood zeigte nämlich Flagge und zwar eine bunte: In Moderationen und Dankesworten wurden Lanzen gebrochen für die multikulturelle Gesellschaft, für Schwarze, Latinos, Migranten, für die Gleichheit  der Frauen und der Ethnien.

Schluss mit dem Rassismus, weg mit den Mauern in den Köpfen und an den Grenzen.  Friss das hier, Donald Trump! Die süffisanten Spitzen vieler Reden wurden zur Botschaft an einen Mann, den keiner namentlich erwähnte, der aber für alle das Feindbild liefert.

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Fortsetzung: Die Filmhighlights…

Das Jahr 2019 hält einige spannende Kinofilme bereit. Im Fokus stehen dabei (erneut) einige
Fortsetzungen, Reboots und Comic-Filme. Foto: Rozhnovsky / Schulz

… Im Dezember läutet J.J. Abrams die nächste Runde der „Star Wars“-Saga ein. Episode 9 wird wieder um Kylo Ren und den Kampf mit den Rebellen kreisen. Mark Hamill ist an Bord, ebenfalls die schon verstorbene Carrie Fisher, die dank bisher nicht benutzter Sequenzen eine Wiederauferstehung auf der Leinwand feiert. Komponist John Williams (demnächst 87 Jahre alt) unterlegt zum womöglich letzten Mal die Musik zur großen Weltraum-Oper.

Fortsetzungen eingeführter Marken und Charaktere minimieren bekanntlich das unternehmerische Risiko, in Hollywoods kaufmännischem Denken immer ein gewichtiges Argument.

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