Fortsetzungen – Fluch und Segen

Foto einer Szene aus dem neuen Deadpool-Film – In Teil 2 formiert Deadpool ein Team aus Superhelden. Foto: Schlomberg

Je mehr in Hollywood die Filmbudgets durch die Decke gehen, desto größer das Risiko und der mögliche Abschreibungsverlust. Blockbuster-Etats von 150 Millionen Dollar und mehr (plus Werbung in Kostenhöhe europäischer Großproduktionen), sind keine Seltenheit in der Traumfabrik. Es steht viel auf dem Spiel. Auch wenn das Cross-Marketing mit DVD-Auswertung, Bezahlfernsehen etc. manches abpuffert: Sollte der Streifen im Kino floppen, können in der Führungsetage der Studios Köpfe rollen. Die Angst spielt immer mit bei Filmbossen, die sich zu verantworten haben gegenüber Anlegern und großen Mutterkonzernen.

Wo kaufmännisch gedacht wird, garantieren Spin-Offs, Sequels, Prequels eine gewisse Risikominimierung. Der Kinogänger bekommt mit der Fortsetzung eine vertraute Marke, Gesichter, Figuren, Sujets, die er kennt. Die Herausforderung für Drehbuchschreiber und Regisseure liegt eben darin, an Altes anzuknüpfen und gleichzeitig die Lust auf Neues zu befriedigen.

Beim PSD Bank Kino im Westfalenpark gibt es neben anderen Highlights auch Fortsetzungsfilme zu sehen, die den Spagat zwischen alt und neu gut gemeistert haben: „Avengers – Infinity War“, „Deadpool 2“, „Solo: A Star Wars Story“, „Ocean’s Eight“ und „Fack Ju Göhte 3“.

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Berlinale vom Sofa

Goldener Bär für „Touch Me Not“, einen Debütfilm aus Rumänien, der zwischen  Doku und inszeniertem Spiel von der Sexualität behinderter Menschen erzählt. Ein Film, den die Kritiker „unbequem“, „herausfordernd“ oder „furchtlos“ nannten, der jedoch viele Besucher vorzeitig aus dem Kino trieb, wie man hört. Typisch Berlinale – ein Sieger, den manche nicht aushalten.

Gestern, am 25. Februar, gingen die 68. Berliner Filmfestspiele zu Ende, die im knackig kalten Winter antreten, den Cineasten das Herz zu wärmen. An die 340.000 Karten wurden verkauft, die Hardcore-Filmfreaks flogen hoch vor Freude. Örtliche und Angereiste „jetten“ jeden Spree-Winter von Kino zu Kino, von Film zu Film. Wer nicht Minimum vier Filme pro Tag auf dem Kerbholz hat, darf gar nicht mitreden!

Und wir Daheimgebliebenen schauen von außen auf Deutschlands einziges Filmfestival der A-Kategorie:  Neidisch? Wehmütig? Traurig, nicht dabei zu sein? Ach, was. An dieser Stelle ein Trostpflaster für alle, die die Berlinale als Sofasurfer und TV-Gucker wahrgenommen haben: Kopf hoch, ihr habt euch Stress, Lauferei, Warterei und manchen Frust erspart. Denn die Wirklichkeit ist nun mal viel, viel schnöder und weniger glamourös als das mediale Getöse uns glauben macht.

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