Komödienperlen made in Germany

Die Darsteller des Films "Der Junge muss an die frische Luft" am Rande des Drehs in Oberhausen / Foto: Kai-Uwe Brinkmann
Die Darsteller des Films „Der Junge muss an die frische Luft“ am Rande des Drehs in Oberhausen. Foto: Kai-Uwe Brinkmann

Land in Sicht für die deutsche Filmkomödie! Nach einer Ewigkeit der gefühlten Schweiger/Schweighöfer-Dominanz gab es in dieser Kinosaison endlich wieder freche, witzige, rührende Filme, die für frischen Wind sorgen und das Genre beleben. Einige laufen beim PSD-Kinofestival im Westfalenpark. Und wir sprechen nicht von „Fack Ju Göhte“, der die Regentschaft der Herren Schweiger und Schweighöfer hoffentlich endgültig beendet hat.

Nein, die Rede ist von Humor-Perlen wie „25 km/h“, „Der Vorname“, „Sweethearts“, „Die Goldfische“ und „Der Junge muss an die frische Luft“, letzterer eine Gratwanderung zwischen Tragik und Komik. Filme, die einem den Glauben zurückgeben, dass im Komödienfach mehr geht als das peinlich bemühte Gewitzel eines Til Schweiger. Der zuletzt mit „Klassentreffen 1.0“ anödete und unbeirrt an seiner Masche weiterstrickt.

Eine Masche, die von Matthias Schweighöfer („Schlussmacher“, „Der Nanny“) kopiert wurde: Hanebüchene Story, grobmotorischer Humor, Klamauk verquirlt mit einer Dosis Romantik, dazu ein Soundtrack aus hymnisch jauchzender Popmusik. Und der Regisseur in der Rolle des Schwerenöters, lieb, aber unverstanden. Laaangweilig.

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Newcomer & alte Hasen – Das Department

Amin Oussar (l.) und Marvin Litwak (r.)/ Foto: Christian Bohnenkamp
Das Department Gründer Amin Oussar (l.) und Marvin Litwak (r.) / Foto: Christian Bohnenkamp

Eine bewegende Geschichte, ein eingeschworenes Team und eine ausschlaggebende Idee in den Höhen des Himalajas führten zur Entstehung von Das Department.

Das Department ist eine Filmproduktionsfirma in Dortmund, welche im Jahr 2013 von dem Regisseur Marvin Litwak und dem Kameramann Amin Oussar gegründet wurde. Das Unternehmen umfasst momentan fünf feste Mitarbeiter.

Wir fragen warum ausgerechnet Dortmund? Es entsteht in Dortmund gerade ein gut ausgebautes Netzwerk für Filmer. Durch die Anlage einiger Filmschulen wie z.B. FH-Dortmund, WAM und der Ruhrakademie in Schwerte (an welcher Litwak selbst studierte) sowie die Ansiedlung von Kameraverleihern, Lichtverleihern und immer mehr Filmproduktionen, entsteht ein immer größeres Netzwerk, welches Dortmund mehr in den Fokus rücken lässt.” 

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Lieblingsfilm – Corinna Hoffstädte

Name: Corinna Hoffstädte

Alter: 30 Jahre

Funktion: Sport-Influencerin

Lieblingsfilm: „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“

Begründung: Eine wunderschöne Liebesgeschichte – natürlich mit Happy End. Der Film greift alle Klischee-Beziehungstypen auf: die beste Freundin, die nie Glück mit Männern und ständig Liebeskummer hat, der Hauptdarsteller, der Aufreißer durch und durch ist, aber keine Frau an sich binden kann, es aber innerhalb einer Wette beweisen möchte und die Hauptdarstellerin, die genau weiß wie sie einen Mann um den Finger wickeln kann, um ihn dann (für eine von ihr geschriebene Kolumne) mit allen gängigen Klischees wieder los zu werden. Die beiden Hauptdarsteller hatten nie im Sinn sich wirklich ineinander zu verlieben, schlussendlich tuen sie es doch und stellen ihre Liebe über ihr eigentliches Vorhaben. Schön kitschig, aber auch so schön hoffnungsvoll, die Liebe gewinnt und auch die beste Freundin ist am Ende glücklich. 🙂

 

Lieblingsfilm – Das Lumpenpack

Name: Jonas Meyer & Max Kennel

Alter: 30 / 27

Funktion: Musiker, Comedians, Poetry-Slammer

Lieblingsfilm: School of Rock

Begründung: Das Licht geht aus, Bodennebel füllt die Bühne, die Spannung im Publikum entlädt sich in vereinzelten Jubelrufen bevor der erste Powerchord die Stille zerschneidet. Was bleibt, ist Rock! Jack Black, eigentlich hängengebliebener Musiker, als tollpatschiger Lehrer vor einer Klasse spießiger Kinder mit reichen Eltern, denen er die Welt des Rock näher bringt, aus den Segelschuhen hilft und Polohemden gegen Bandshirts tauscht. Fuck the obere Mittelschicht. Sister Act mit weniger Gospel und gänzlich ohne Nonnen. Der Underdog gewinnt das Duell zwar nicht, aber die Herzen des Publikums. So auch unsere. Ein episches Gitarrenriff setzt ein. Man ballt die Fäuste ohne es zu merken.

 

Dortmund: Frauen. Filme. Festival.

Das Key Visual des Internationalen Frauenfilmfestivals 2019 (c) Desiree Palmen

Filme von Frauen, nicht nur für Frauen. Diese sichtbar zu machen und ihnen ein Podium zu geben, ist ein Ziel des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund / Köln, hervorgegangen aus der Fusion zweier Festivals in zwei Städten.

In der kommenden Woche (9. bis 14. April) startet das 36. Frauenfilmfestival, turnusgemäß in diesem Jahr in Dortmund angesiedelt, während eine Auswahl des Programms in der Domstadt zu sehen ist. Rund 120 Filme werden gezeigt, acht davon im Spielfilm-Wettbewerb.

Dazu gibt es Specials (etwa „Tricky Women“ mit Animations-Arbeiten), Sonderprogramme (auch für Schulklassen), Workshops, Diskussionen, Performances und Vorführungen im Stadtbild: Dabei steuern die Zuschauer mit dem Fahrrad Spielstätten im öffentlichen Raum an: „Shorts on Wheels“ (Donnerstag, 11.4., 20 Uhr, Start am Kino im U) bietet quasi Filme to Go, und das ohne Eintritt.

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Lieblingsfilm – Johanna Stockschläder

Name: Johanna Stockschläder

Alter: 24

Funktion: Profihandballerin bei Borussia Dortmund

Lieblingsfilm: Wie ein einziger Tag

Begründung: Eine wunderbare Liebesgeschichte, die gleichzeitig romantisch, traurig und doch einfach nur schön anzuschauen ist. Ein wundervoller Ehemann, der durch das Vorlesen gemeinsamer Erinnerungen seine große Liebe für einen Moment zurück ins wahre Leben holt. Der Alzheimer seiner Frau bestimmt sein Leben, doch die Liebe zu ihr ist stärker als alles andere.  Liebe ist das größte Geschenk im Leben. Und dank dieser Liebe und der Unterstützung sieht man, was alles möglich ist. Auch ich wäre ohne die Liebe und Unterstützung meiner Familie, meines Freundes + Familie und Freunden nicht da, wo ich heute bin.

 

Gala mit deutlich politischen Tönen

In der gestrigen Nacht fand in Amerika die 91. Oscar-Verleihung statt. Neben einigen Überraschungen bei den Auszeichnungen stand die Gala im Fokus von Aufklärung und Bekenntnissen – für Vielfalt und Akzeptanz. Foto: Elena Zaxarova

Überraschung: „And the Oscar goes to – Green Book!“ Diesen Gewinner in der wichtigen Kategorie „Bester Film“ hatten die wenigsten auf dem Zettel, die Riege der Hollywood-Astrologen hatte sich im Vorfeld mehr oder minder auf „Roma“ als haushohen Favoriten geeinigt.

In der vergangenen Nacht flimmerte sie wieder über den Bildschirm, die Veranstaltung mit der größten Promi-Dichte des Planeten – die 91. Oscar-Verleihung, in diesem Jahr halb Glitzer-Gala und halb Kundgebung. Hollywood zeigte nämlich Flagge und zwar eine bunte: In Moderationen und Dankesworten wurden Lanzen gebrochen für die multikulturelle Gesellschaft, für Schwarze, Latinos, Migranten, für die Gleichheit  der Frauen und der Ethnien.

Schluss mit dem Rassismus, weg mit den Mauern in den Köpfen und an den Grenzen.  Friss das hier, Donald Trump! Die süffisanten Spitzen vieler Reden wurden zur Botschaft an einen Mann, den keiner namentlich erwähnte, der aber für alle das Feindbild liefert.

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„Kinosommer Deutschland“ in Berlin

Die Gründungsmitglieder des Vereins „Kinosommer Deutschland – Bundesverband der Open Air Kinos“ gemeinsam nach erfolgreicher Unterzeichnung in Berlin. Foto: Michelberger Hotel

Vergangene Woche ging es für uns nach Berlin. Genauer gesagt auf die Berlinale. Wir wollten Filme für Euch sichten, Verleiher treffen, Konditionen verhandeln und so weiter. Zusätzlich stand aber auch noch ein anderer, wichtiger Punkt auf der Agenda. Die Gründung eines Vereins.

Zusammen mit den Betreibern der größten deutschen Open Air Kinos haben wir uns einen Tag im Michelberger Hotel eingeschlossen und den „Whiskey Room“ erst wieder verlassen, als alle Beteiligten das Gründungsformular unterzeichnet hatten. Der Moment, als obiges Bild entstand.

Von Beratung bis Förderung – die Aufgaben des Vereins

Der Verein wird in Zukunft die Interessen der Mitglieder gegenüber Politik, Filmwirtschaft, Industrie sowie in Förderfragen vertreten. Er bietet diese Unterstützung durch Beratung, wissenschaftliche Untersuchungen, durch Abspielförderung.

Durch Werbeunterstützung, Marketing- und Kommunikationskonzepte sowie durch kulturpolitische Netzwerkarbeit einschließlich der Förderung der nationalen Film- und Kinowirtschaft. Außerdem soll der aktuelle Dialog mit Kinoverbänden intensiviert und erste gemeinsame Programmformate umgesetzt werden. Parallel erfolgt die Kontaktaufnahme mit potentiellen neuen Mitgliedern.

Fortsetzung: Die Filmhighlights…

Das Jahr 2019 hält einige spannende Kinofilme bereit. Im Fokus stehen dabei (erneut) einige
Fortsetzungen, Reboots und Comic-Filme. Foto: Rozhnovsky / Schulz

… Im Dezember läutet J.J. Abrams die nächste Runde der „Star Wars“-Saga ein. Episode 9 wird wieder um Kylo Ren und den Kampf mit den Rebellen kreisen. Mark Hamill ist an Bord, ebenfalls die schon verstorbene Carrie Fisher, die dank bisher nicht benutzter Sequenzen eine Wiederauferstehung auf der Leinwand feiert. Komponist John Williams (demnächst 87 Jahre alt) unterlegt zum womöglich letzten Mal die Musik zur großen Weltraum-Oper.

Fortsetzungen eingeführter Marken und Charaktere minimieren bekanntlich das unternehmerische Risiko, in Hollywoods kaufmännischem Denken immer ein gewichtiges Argument.

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Die Filmhighlights des Jahres

Das Jahr 2019 hält einige spannende Kinofilme bereit. Im Fokus stehen dabei (erneut) einige
Fortsetzungen, Reboots und Comic-Filme. Foto: Rozhnovsky / Schulz

Nach den Erschütterungen durch die #metoo-Skandale stand Hollywood zeitweise neben sich, die Störgeräusche waren lauter als das geschäftsmäßige Brummen der Filmmaschinerie. Köpfe sind gerollt, dem Exorzismus wurde genüge getan. Ob die Wirklichkeit nun eine andere ist, wird sich zeigen. Die Traumfabrik beschwor jedenfalls ihre Selbstreinigungskräfte und proklamierte den Neustart.

Die Studiobosse dürften heilfroh sein, sich wieder dem  Geschäft widmen zu können, nämlich Dollars zu machen und Projekte auf den Weg zu bringen. Und siehe da – das Kinojahr 2019 strotzt nur so vor Knallerfilmen und Blockbuster-Krachern. Wenn wir vorausblicken auf die Kino-Highlights des Jahres, sehen wir zwei dominierende Trends, die nicht unbedingt neu, aber absolut bewährte „Goldesel“ der Branche sind: Fortsetzungen, Reboots und Comic-Filme boomen weiter…

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