Puppen, Knete oder CGI?

Die Aardman Studios in Bristol produzieren weiterhin Stop-Motion-Filme aus Knete. Foto: Shutterstock

Die „Shrek“-Fime, die „Cars“-Reihe, diverse „Toy Stories“, „Findet Nemo“, die „Ice Age“-Serie, mehrere Teile „Ich – Einfach unverbesserlich“ samt seinem Ableger „Minions“: Wir haben uns daran gewöhnt, dass Kinostreifen aus dem Rechner den Ton angeben, wenn es um Trickfilme geht.

Zwar sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, doch in der Umsetzung muss es eben manchmal die „Computer Generated Imagery“ (CGI) sein, die die imaginierten Welten eines Autors zum Leben erweckt. Egal, wie viele Programmierer und Bildgestalter wie lange an den Entwürfen sitzen und sie digital bearbeiten. Oder hätte es Sinn gemacht (und sich gerechnet), die Bilder für ein komplexes Szenario wie die Stadt in „Zoomania“ von Hand zu erstellen und zu animieren? Wohl eher nicht.

Geht schon in Ordnung. Wir leben im digitalen Zeitalter. Und die Technik zur Kreation fantastischer Welten ist so ausdifferenziert, dass Designer aus der Spielebranche den Weltenschöpfern der Filmindustrie Bälle zuspielen  und beide profitieren. Wenn die Trickserei am Rechner Meisterwerke wie Disneys Mexiko-Hommage „Coco“ oder das Metropolis für Tiere „Zoomania“ abwirft, haben wir nichts zu meckern.

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Von #MeToo bis „Viva Mexico!“

Gestern Nacht fand in Los Angeles die 90. Oscar-Verleihung statt. Foto: Elena Zaxarova / Shutterstock

Das war sie also, die 90. Oscar-Gala in Hollywood, die erste nach Weinstein und „#MeToo“: ein Abend zwischen Ehrung, Teufelsaustreibung, Solidaritäts-Adressen, politischen Bekundungen. Moderator Jimmy Kimmel feiert die Oscar-Statue als einen Mann, der die Hände bei sich hat, aus dessen Mund keine Schmähungen kommen, der dazu noch ohne Penis sei. Vorbildlich! Die Filmwelt signalisiert „Wir haben verstanden“. Sie demonstriert den Schulterschluss mit den Erniedrigten und Beleidigten, demontiert den Ignoranten im Weißen Haus (ohne ihn beim Namen zu nennen) und tut alles, um ein Signal zu senden: Das neue Hollywood ist ein Hort der liberalen Vielfalt, wo Männlein und Weiblein für eine bessere Welt ohne Diskriminierung arbeiten. Halleluja, Amen!

Moderator, Präsentatoren und Geehrte nutzten die Oscars als Podium für menschenfreundliche Botschaften. Mit Salma Hayek, Ashley Judd und Annabella Sciorra traten drei  von Weinsteins Anklägerinnen auf die Bühne, um ein neues Zeitalter der Gleichheit zu proklamieren. Mehrfach  wurde der Nachbar Mexiko geehrt, jedes Lob für das Land, seine Bewohner, seine Kultur eine Ohrfeige für Amerikas Latino-Hasser. „Coco“ gewann den Oscar als bester Animationsfilm, einen für den besten Song noch dazu. Ein warmherziger Filmspaß rund um das mexikanische „Fest der Toten“, das die Oscar-Gala auf der großen Showbühne farbenfroh nachstellte.

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